Aktuelles

11.06.2007 :: Selbsthilfegruppenjahrbuch

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Selbsthilfegruppen e.V. bringt jedes Jahr ein Selbsthilfegruppenjahrbuch raus. Das ist eine bunte Sammlung von Beiträgen über die Selbsthilfegruppenarbeit. Sowohl von Betroffenen und Initiatoren der Selbsthilfegruppen, wie auch von professionellen Helfern, die im Bereich Selbsthilfe engagiert sind. Mir hat diese vielschichtige Mischung sehr gefallen.

Man kann diese Jahrbücher bestellen oder sich auch als PDF-Dokument herunterladen.

Mehr Infos findet ihr unter http://www.dag-selbsthilfegruppen.de Im Bereich Service findet man dann Infos zu den Jahrbüchern.

Und - ganz logisch - könnt ihr in eurer Gruppe anregen, doch für das nächste Jahr mal einen Beitrag für das Jahrbuch zu schreiben. Ich glaube, im Bereich Sozialphobie gab es da noch nichts.

-- Fred

07.04.2007 :: Forums-Rückblick

Was wurde die letzten Wochen im Forum diskutiert? Ich möchte einen kleinen Einblick geben, was uns gerade beschäftigt.

Im Moment sind wir recht aktiv, es entstanden viele Beiträge. Inzwischen sind wir gesamtheitlich auch schon bei über 1000 Beiträgen angekommen.

Pflichtenverteilung in Selbsthilfe ist ein wichtiges Thema. Damit eine Gruppe gut funktioniert und am Laufen gehalten wird, müssen verschiedene Dinge getan werden. Es gibt organisatorische Dinge, wie die Kasse führen, Fördergelder beantragen, Raummiete bezahlen, Workshops planen usw. Es gibt die Moderatorenrolle, die von einem ausgefüllt werden muss - oder oft sinnvoll, ein Rolle die in der Gruppe rotiert. Und dann ist da auch das Thema Öffentlichkeitsarbeit, wozu auch die Pflege einer Homepage gehören kann. Für all das muss man eine gute Verteilung in der Gruppe finden, was nicht immer ganz einfach ist.

Wie strukturiert man überhaupt die Gruppentreffen? Dies ist ein Thema gerade für die, die mit einer neuen Gruppe beginnen. Hier muss ausgelotet werden, was jeder für Wünsche und Erwartungen hat. Auch die Fähigkeiten und Erfahrungen sind wichtig, die jeder mit bringt. Wer schon Gruppenerfahrungen gesammelt hat, kann hier einiges Know-How mit einbringen. Wichtig sind auch Grundfragen, ob man z.B. eine Redegruppe haben möchte, eine Übungsgruppe oder eine Freizeitgruppe. Oder ob man mit mehreren Gruppenangeboten verschiedene Bereiche abdeckt. Oder ob man in einer Gruppe wechselnde Inhalte hat.

Eine Frage dabei ist auch, ob man in den Gruppenstunden schon vorab geplante Themen behandelt, oder ob die Themen aus dem Moment heraus entstehen. Hier gibt es unterschiedliche Geschmäcker. Es ist vielleicht auch eine Frage, in welcher Phase eine Gruppe ist. Vielleicht ist es in einer Anfangsphase besser, mehr Struktur zu haben, um mehr Sicherheit zu geben. Später, wenn man sich besser kennt, kann man dann Vorgaben und Struktur zurückfahren, zugunsten von mehr Spontanität und mehr Freiraum.

Zur Struktur gehört auch, wie oft sich eine Gruppe trifft. Einige Erfahrungen tendieren dahin, dass wöchentliche oder zweiwöchige Treffen wichtig sind, um genügend Nähe aufzubauen. Anfangs ist vermutlich wöchentlich besser.

Wie offen eine Gruppe ist, ist auch wichtig, was das Thema Vertrautheit angeht. Gerade bei Sozialphobie, wo Neue zur Verunsicherung in der Gruppe führen. Ist man völlig offen, können bei jedem Treffen Neue auftauchen, was schwierig werden kann. Vielleicht verhindert das eine Vertiefung und ein Gefühl von Vertrautheit. Hier hängt auch einiges davon ab, ob die Gruppe schon einen festen stabilen Kern hat. Wenn also etwas Gewohntes da ist.

In Sachen Struktur wurde auch das Thema "Wie wichtig sind Gruppenregeln?" diskutiert. Wofür braucht man Regeln? Wie setzt man solche Regeln durch bzw. wie wichtig nimmt man solche Regeln überhaupt? Fühlt man sich in jedem Fall dran gebunden oder sind es lediglich richtungsweisende Handlungswünsche.

In diesen Fragen gibt es ein größeres Spektrum an Vorstellungen. Für den einen sind Regeln bedeutender, als für den anderen. Es gibt sowohl Gruppenausrichtungen, wo man auf Regeln möglichst verzichtet und andere, wo sie eine größere Wichtigkeit haben.

Bei Regeln muss man auch unterscheiden zwischen organisatorischen Regeln und Regeln, die eine bestimmte Gesprächsatmosphäre oder ein heilsames Klima schaffen sollen oder die persönliche Entwicklung anregen sollen.

Eine organisatorische Regel wäre z.B., sich pünktlich zu treffen und regelmäßig an den Gruppentreffen teilzunehmen, falls das für eine Gruppe wichtig ist. Eine Regel für gutes Gesprächsklima wäre, dass man jeden ausreden lässt. Eine Regel, die sowohl das Gesprächsklima wie auch die persönliche Entwicklung fördern kann, ist: "Wenn du Ich meinst, sag auch Ich und nicht Man oder Wir" oder "Gib keine Ratschläge!"

Regeln können sich auch in die persönliche Entwicklung eines jeden einmischen, können bestimmte Entwicklungsrichtungen vorgeben oder etwas von den Mitgliedern fordern, was vielleicht nicht zu jedem passt. Vielleicht sollten Regeln deshalb nur für ganz grundsätzliche Dinge aufgestellt werden, die auch viel Freiraum für eigene Entwicklung lassen.

Regeln können im ungünstigen Fall aus Angst aufgestellt werden und den Entfaltungsfreiraum der Gruppe einschränken. Es braucht auch immer eine gewisse Unbestimmtheit, damit sich auch Unvohersehbares ereignet. Etwas Angst im Gruppengeschehen zu bewahren und nicht alles durch Regeln abzusichern, ist bestimmt eine gute Idee. Gerade in Gruppen, die sich mit dem Thema Angst auseinandersetzen. Rigides achten auf Regeln kann auch ein Ausdruck von Angst sein, wo es besser wäre, sich dieser Angst auszusetzen, um darüber hinaus zu wachsen. Wo also Vertrauen wachsen kann.

Ein interessanter Thread war "Gegenkräfte gegenüber der Sozialphobie". Hier ging es darum, die positiven Kräfte mal zu beleuchten, was also herausführt aus der Angst, was hilft, mutig zu sein, was Lust auf zwischenmenschliche Erfahrungen macht. Dabei kam auch das Thema Sinnlichkeit und Körperlichkeit mal wieder zum Ausdruck. Körperliche Erfahrungen von Nähe können einerseits sehr heilsam sein, sind aber andererseits bei sozialphobischen Menschen oft recht selten. Körperliche Nähe kann z.B. eine Umarmung oder schon ein Schulterklopfen sein. Ja selbst Händeschütteln ist eine körperliche Geste. Ist Körperlichkeit in der Selbsthilfegruppe ein Tabuthema oder darf sich das auch in der Gruppe ereignen? Manche experimentieren mit Körperlichkeit, weil darin vielleicht eine große Chance liegt. Daneben geht es natürlich auch um den Austausch über das Thema: Was bedeutet körperliche Nähe in meinem Lebensalltag?

Antipathie und Sympathie in der Gruppe. Auch ein spannendes Thema. Denn irgendwann werden zwangsläufig Spannungen in der Gruppe enstehen, weil man sich nicht leiden kann. Oder es entstehen Untergrüppchen von Menschen, die besonders gut miteinander können. Spaltet sich dadurch eine Gruppe oder ist es eher etwas bereicherndes? Was kann man tun, damit sich auch mal Mitglieder miteinander unterhalten, die sonst kaum im Kontakt sind? Was macht man, wenn Leute überhaupt nicht miteinander können? Das ist eine wichtige Frage, weil zu starke Konflikte das Überleben einer ganzen Gruppe gefährden können.

-- Fred

16.03.2007 :: Artikel: Neuaufnahme von Gruppenmitgliedern

siehe hier: ThNeuaufnahme

01.03.2007 :: Moderationsleitfaden

Die Kasseler Gruppe hat einen Moderationsleitfaden entwickelt, den ihr euch als PDF herunterladen könnt: http://www.stille-wasser-in-kassel.de/materialien/moderation.pdf

Phoenix hatte das vor einigen Monaten auch schonmal für die Dortmunder Gruppe gemacht. Infos dazu findet ihr hier: http://www.sozialphobie-do.de/w/Inhalt/Gruppenmoderation

14.11.2006 :: Buchtipp: Befreiung vom inneren Richter

Befreiung vom inneren Richter. Die Intelligenz der Seele erkennen; Byron Brown; ISBN: 3933496047

Du solltest! Du müsstest eigentlich mal! Benimm dich nicht so ungeschickt! Sag doch endlich mal was!

Das ist der innere Richter, der manch einen permanent damit beschäftigt, auf irgendeine Art sein zu müssen. Dieser innere Richter hat eine klare Vorstellung davon, was man tun sollte und was nicht. Er tritt uns in den Hintern, damit wir endlich was tun. Er straft uns oder macht uns schuldig, wenn etwas nicht so läuft, wie er es sich vorstellt.

Das Leben kann sehr schwer werden, wenn man einen ausgeprägten inneren Richter hat.

Das Buch "Befreiung vom inneren Richter" beschäftigt sich damit, wie es uns gelingen kann, diesen Richter loszuwerden und ein freier Mensch zu werden.

Die Eigenschaft des inneren Richters ist, dass er meist starre Ansichten vertritt und wenig beweglich ist. So leben wir in einem festgeschürten Verhaltenskorsett. Manche vielleicht ein Leben lang. Viele befürchten, dass alles im Chaos und der Katastrophe enden würde, wenn dieser innere Richter nicht aufpassen würde.

Wenn wir gut in Kontakt mit unserer Seele sind, können wir erspüren, was gut und richtig für uns und die Welt ist. Dann sind wir im Kontakt mit dem Augenblick und können immer wieder neu erkennen, was im Moment gerade richtig und sinnvoll ist. Dann werden wir nicht geleitet von starren Ansichten, die wenig zur konkreten Situation passen.

Der innere Richter ist auch dafür verantwortlich, dass wir uns immer und überall mit anderen vergleichen. Dabei geht es darum, herauszufinden, ob man in Ordnung ist. Oder ob man der Bessere ist. Fehlendes Selbstvertrauen und fehlender Selbstwert führen zu dieser permanenten Außenorientierung. Wir fühlen uns nur gut, wenn der Vergleich auch gut für uns ausfällt. Insofern ist die Beschäftigung mit dem inneren Richter auch eine Reise zu mehr Selbstvertrauen und Selbstwert.

-- Fred

19.05.2006 :: Büchertipps vom ersten Treffen

Beim ersten realen Treffen des Sozialphobie-Netzwerkes im April, tauschten wir uns auch über Bücher aus. Hier mal einige Tipps:

  • Das kleine Knuddel ABC (ISBN: 3725413320)
  • Hoffnung für die Blumen. Die Geschichte einer Raupe, die beinahe vergass, dass sie ein Schmetterling werden kann (ISBN: 3715701161)
  • Verführung zum Leben; Werner Sprenger (ISBN: 3921778506)
  • Angststörungen; Hans Morschitzky (ISBN: 3211211985)
  • Soziale Angst verstehen und behandeln (ISBN: 3608896929)
  • Soziale Phobie und soziale Angststörung (ISBN: 3801714632)
  • Angst, Wut und Schmerz (ISBN: 3922028179)
  • Kopfbewohner oder: Wer bestimmt dein Denken? (ISBN: 3873872870)

Unter http://www.amazon.de sollten alle bestellbar sein. Dort kann man auch Rezensionen lesen.

25.02.2006 :: Leitfaden Moderation für Dortmunder Sophagruppe

Unterstützt durch die Diskussionen hier im Forum, sind wir in Dortmund gerade dabei, eine rotierende Moderation einzuführen. Phönix hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht: Was sind eigentlich die Aufgaben des Moderators?

Hierzu ist ein Artikel auf der Sopha-Homepage entstanden: Gruppenmoderation

Was sich in der Diskussion hier im Netzwerk ergeben hat: Man kann nur schwer einheitliche Moderationsregeln für alle Gruppen finden und definieren. Jede Gruppe braucht ein Stück weit ihre eigene Struktur, hat eigene Vorstellungen und Wünsche. Was aber durchaus gut funktioniert: Man kann sich gegenseitig inspirieren und es gibt auch Überschneidungen in wesentlichen Bereichen.

Moderation ist auf jeden Fall ein umfangreiches und immer wieder aktuelles Thema. Und so geht die Diskussion darüber weiter.

08.02.2006 :: Thema Moderation

Das Thema Moderation steht derzeit ganz oben auf der Hitliste der diskutierten Themen im Forum. Was sind die Aufgaben des Moderators? Wie geht man mit konkreten Situationen um? Sollte Moderation wechseln? Wie geht man mit der Doppelrolle Moderator - Gruppenmitglied um? Gibt es vielleicht ein paar wesentliche Moderationsregeln, die für alle Gruppen passen? Oder sind wir alle zu verschieden, als das sich was einheitliches herauskristallisiert?

Wenn wir das Thema hinreichend bearbeitet haben, wird bestimmt hier ein Artikel dazu entstehen.

-- Fred

12.01.2006 :: Forum recht aktiv

Gerade ist der 200. Beitrag im Forum geschrieben worden und das in nur einem einzigen Monat. Ich bin froh und auch ein wenig stolz, dass der Netzwerk-Start und erst Recht der Forum-Start so lebhaft und intensiv gelungen ist.

Die hohe Zahl von Beiträgen finde ich ganz besonders bemerkenswert, weil die einzelnen Beiträge eher ausführlich als kurz sind.

Alles insgesamt sehr ermutigend finde ich. Sicher war auch der Energie- und Zeiteinsatz hoch. Aber wenn's dann klappt, was solls.

Ich wünsche allen Beteiligen, dass für euch der Gewinn aus dem Austausch für eure Arbeit und Gestaltung in den Gruppen ebenso so hoch ist, wie ich ihn für mich deutlich sehen kann.

-- Peter

15.12.2005 :: Wiki freigegeben

Einige Inhalte sind jetzt hier erstellt und die Technik ist getestet. Heute war der Zeitpunkt, wo wir es freigegeben haben. In den nächsten Tagen wird es nun auch öffentlich verlinkt.

13.12.2005 :: Forum aufgesetzt

Wir haben jetzt testweise neben der Mailingliste auch ein Forum aufgesetzt. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, was besser angenommen wird - Forum oder Mailingliste.

12.12.2005 :: Forum oder Mailingliste

...ist derzeit eine vordringliche Frage. Welches Werkzeug sollen wir für unsere Diskussionen benutzen? Begonnen haben wir Anfang November mit einer Mailingliste. Einige hatten dabei so ihre Probleme: Wenn einige Themen gleichzeitig diskutiert werden, geht die Übersicht verloren. Besonders dann, wenn man keinen Mailclient hat, der themenbasiert sortieren kann. Wer auf eine Mail eines Themas nicht über "Antworten" schreibt, sondern eine neue Mail anlegt, zersplittet den Diskussionsfaden. Nicht richtiges zitieren macht alles sehr unübersichtlich. Kurzum: Für eine Mailingliste braucht jeder ein taugliches E-Mail Programm, ein gewisses Mail-Know-How und etwas Disziplin.

Ein Forum ist da nicht so anspruchsvoll, man muss sich keine Software installieren, Themen werden automatisch korrekt auseinandergehalten, man kann nicht so viel falsch machen. Und man hat gleichzeitig auch ein Archiv, so dass Neueinsteiger nachlesen können, was bisher diskutiert wurde. Nachteil ist hier, dass man länger Online sein muss, dass die Bedienung nicht so schnell von der Hand geht, man nicht Offline Inhalte durchsuchen kann.

Forum und Mailinglisten sind grundsätzlich beides gute praxiserprobte Möglichkeiten der Kommunikation für Gruppen. Je nach Fähigkeiten, Ausstattung, Geschmack und Gewohnheit der Nutzer, ist das eine oder andere besser geeignet.

Wir haben jetzt jedenfalls begonnen, parallel ein Forum anzulegen, um zu testen. Recht bald wird dann die Frage anstehen, was wir weiter nutzen werden: Forum oder Mailingliste?

27.11.2005 :: Wiki in Testphase

Unser Wiki geht in die Testphase. Dieses ist vor allem dazu gedacht, unser Wissen zu dokumentieren. Dies sind vor allem Erkenntnisse aus der Mailinglisten-Diskussion. Der Bereich Meine Seite sind persönliche Seiten der Mitglieder. Hier kann jeder für sich festhalten, was ihm wichtig erscheint und zum Thema passt. -- Fred